Re: Regulierung tut gut. - Packet-Radio-Netz weitgehend abgeschalte…
22. August 2008 – 18:59radioch persönlich glaube, dass auch das Internet durch die
> Regulierung per übergeordneter Behörde sehr viel liberaler werden
> könnte. Die ganzen Sprüche wie ‘IRC ist ein Privileg’, ‘Usenet ist
> ein Geschenk’ und so weiter und so fort bereiten mir schon seit
> langem Unbehagen.
Das Internet ist genau deswegen so erfolgreich, weil es keine
übergeordnete Behörde gegeben hat, die alles plant. Das fallen mir
gleich zwei Gegenbeispiele ein: zum einen die Planwirtschaft, die hat
in den sozialisten Staaten auch nicht funktioniert, zum anderen
ISO/OSI. Das war, unter anderem von den deutschen Behörden, Anfang der
Neunziger das präferierte Zukunftsmodell für Netzwerke. Heute kennt das
kaum noch jemand, außer vielleicht Informatik-Studenten, die mit dem
sieben Schichten gequält werden.
> In der allgemeinen Diskussion wird nur der Standpunkt vertreten,
> dass die User die Störenfriede sind und die Sysops/IRC-Admins/
> Newsserverbetreiber etc. nicht. Das das so nicht stimmen kann,
> ist wohl jedem offensichtlich. Wo Kontrolle ist, ist auch
> Kontrollmissbrauch.
Natürlich. Und sicherlich ist der Ton in vielen Gruppen harscher als
notwendig.
> Es täte jedem Administrator von ‘öffentlichen’ (ist ja defacto
> nicht
> so), virtuellen Kommunikationsfohren gut, eine ganze Latte von
> Regeln,
> die die Redefreiheit auch im Netz gewährleisten, einzuhalten zu
> _müssen_. Die Dinge, die strafrechtliche Verfolgung nach sich
> ziehen
> können, werden ja schon weitgehend eingehalten (ist ja auch Druck
> hinter). Wenn dann erstmal jede Menge Leute Ihre Server dichtmachen
> -
> mir persönlich schnurzegal, der entsprechend besere und liberalere
> Ersatz dürfte schon innerhalb kurzer Zeit vorhanden sein.
> Die Statistiken mögen ja alle stimmen: Aber jeder vernünftige AOL
> Benutzer, der nicht in ein ansonsten ‘offenes’ IRC Netzwerk
> reinkommt ist ein Benachteiligter zuviel.
Wo willst du die Grenze ziehen?
Jeder Surfer, der nicht in die Chatforen von AOL kommt, ist ein
Benachteiligter zuviel?
Jeder Zoobesucher, der den Elefanten nicht in die Nase zwicken darf,
ist ein Benachteiligter zuviel?
Hmm…
Gerade IRC und Usenet leben vom Engagement Einzelner.
Das Usenet hat als kooperative Gemeinschaft begonnen und auch wenn
heute einige Leute übers Ziel hinausschiessen, halte ich die gewachenen
Regeln für sinnvoll.
> Und private Mail, in der man doof
> angemacht wird, weil man Outlook Express als Newsreader benutzt
> (obwohl
> man nun allen Anforderungen wie Nur-Text-Messages und Mime
> Codierung
> etc. nachgekommen ist) ist auch ein Symptom dafür, dass etwas nicht
> stimmt im virtuellen Blue-Ribbon Land.
Doof anmachen muß nicht sein, da gebe ich dir Recht. Das kann man auch
höflich oder mit einem Smiley rüberbringen.
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